In den Ruinen der Burg Arnstein – ein tolles Ausflugsziel im Harz

Heute möchte ich ein kleines, aber wunderschönes Ausflugsziel mit euch teilen, das wir ohne Adam gar nicht erst entdeckt hätten. Am Tag bevor unser Sommerurlaub im Dresdener Umland endete, haben wir nämlich Adam gefragt, was er sich am nächsten Tag während der Rückreise noch anschauen möchte. Und seine Antwort kam prompt und völlig klar: „Ich möchte eine Burgruine erkunden!“ Adams Liebe für alte Burgen und Schlösser scheint also immer noch nicht so ganz abgeklungen zu sein.

Also machte ich mich am letzten Urlaubsabend daran, eine Burgruine zu finden, die ziemlich dicht an unserer Reiseroute lag und auch ohne vorigen Online-Kartenkauf oder Terminvereinbarung zu besichtigen war. Tatsächlich erwies sich das Vorhaben als gar nicht so leicht. Aber nach einiger Recherche und den hilfreichen Funktionen von Google Maps bin ich schließlich auf die Burg Arnstein gestoßen. Die Bilder sahen vielversprechend aus und so entschieden wir uns, als Mittagspause die alte Burg anzusteuern.

Burg Arnstein

Die Burg Arnstein liegt im Landkreis Mansfeld-Südharz am Rande des Harz. Und obwohl ich selbst aus Sachsen-Anhalt komme und den Harz seit meiner Kindheit hunderte Male bereist habe, hatte ich bis zu diesem Tag von dieser Burg noch nie etwas gehört. Das könnte auch daran liegen, dass die Ruine touristisch nur wenig angeschlossen ist und daher auch kaum vermarktet wird. Der kleine Parkplatz am Fuß des Burgberges ist lediglich mit Schotter befestigt und nur ein kleines Holzschild weist den Weg zur Burg.

Die Ruine selbst thront über der Landschaft und ist schon von weitem zu sehen. Wenn man denn weiß, wohin man fahren muss. Der Aufstieg zur Burg führt über einen holprigen, teils zugewachsenen kleinen Fußweg, der einem Kinderwagen schon einiges abverlangt. Für Rollstuhlfahrer wäre er gänzlich ungeeignet. Aber wir haben uns durchgeschlagen, uns zwischendurch mit einem Stock einen Weg durch die zahlreichen Brennnesseln geebnet, ohne dass sich die Kinder ernsthaft verletzt haben, und wurden am Ende mit einer wundervollen Aussicht und einer malerischen Ruine belohnt. Vom Gelände der Burg aus hat man einen glasklaren kilometerweiten Blick über den Harz und die kleinen Orte zu Füßen der Burg Arnstein.

Das größte Highlight des Geländes ist aber die Ruine selbst. Unsere Kinder waren total begeistert. Adam konnte es kaum abwarten, das Innere zu erkunden. Und auch Viktoria war ganz aus dem Häuschen.

Am „Eingang“ zum Burggelände steht ein kleines Informationsschild, das uns erstmal einen Überblick über Erbauungszeit und Geschichte von Arnstein gegeben hat. Sowas finde ich ja immer sehr interessant, zumal dieses Schild das einzige Infomaterial auf dem ganzen Gelände darstellt.


„Die Burgruine Arnstein zählt zu den größten mittelalterlichen Burganlagen des Harzes. Walther von Arnstein (gest. 1199) nannte sich 1156 nach der Burg. Das war gleichzeitig ihre erste urkundliche Erwähnung. Seit dem 13. Jahrhundert wechselten die Besitzer mehrfach. Im Jahr 1563 ließ Graf Johann Albrecht von Mansfeld-Vorderort-Arnstein die Burg wohnlich ausbauen. Das Hauptgebäude umfasste fünf Stockwerke, wobei der Rittersaal mit seinem beeindruckenden Kreuzgewölbe ebenerdig zugänglich war. Von 1812 bis 1945 war die Burg Arnstein im Besitz der Familie von Knigge, deren Mausoleum noch heute am Fuße des Burgberges liegt. Mittlerweile gehört die Burgruine der nach ihr benannten Stadt Arnstein. Die Burgruine ist immer wieder Kulisse für Märchen- und Abenteuerfilme“.
(Quelle: Schild an der Burgruine Arnstein)

Anschließend haben wir begonnen, die Ruine zu erkunden. Der ebenerdige Rittersaal ist nach wie vor sehr imposant und hat Adam gleich zu ersten Schwertkämpfen mit seiner Schwester animiert. Um sich als Burgfräulein zu fühlen, ist Viktoria noch zu klein, aber beim Schwertkampf mit Adam war sie voll dabei. Ich finde, die Ruine wirkte gut erhalten. Die Steinmauern geben einem einen kleinen Einblick ins frühere Leben der Burg, denn ohne Zweifel kann man sich vorstellen, wie die steinernen Mauern allen Eindringlingen hätten Stand halten können. Über eine Wendeltreppe erreicht man die höheren Stockwerke der Burg. Oben angekommen gewährten die fehlenden Decken einen freien Blick auf den Himmel, während um uns herum die Steinmauern in die Höhe ragten. Auch dort lieferten sich Adam und Viktoria mit ihren Minecraft-Waffen immer wieder kleine Kämpfe und hatten tierischen Spaß in dem alten Gemäuer.

Unter der Ruine gibt es auch einen Eingang in einen kleinen Tunnel samt Gewölbe, den wir aber nicht erkundet haben, weil uns die richtigen Taschenlampen dafür fehlten. Außerdem gab es genügend Anzeichen dafür, dass in dem Tunnel auch immer wieder Partys stattfinden. Das fand ich für die Kinder dann nicht mehr ganz so passend. Aber die oberen Stockwerke der Ruine waren sehr sauber und obwohl es augenscheinlich keine Kontrollen dort gibt, überhaupt nicht zugemüllt oder verdreckt.

Auf der Wiese rund um die Burg kann man entspannt seine Picknickdecke ausrollen und im Schatten der Burg seine Pause genießen. Allerdings sollte man beachten, dass das Gelände nicht umzäunt ist und es außerhalb der Burgmauern teilweise sehr steil abfällt. Kinder dürfen daher nicht aus den Augen gelassen werden.

Das ganze Gelände ist frei zugänglich, man muss keinen Eintritt zahlen, muss aber auch auf sonstige touristische Annehmlichkeiten verzichten. Denn es gibt weder sanitäre Anlagen noch Imbissangebote. Wenn man einen Ausflug zur Burg plant, sollte man auf jeden Fall Verpflegung mitbringen. Das Burggelände eignet sich hervorragend für Picknicks. Eine schönere Atmosphäre gibt es fürs Familienpicknick wohl kaum. Zumindest nicht für unsere Kinder. Wir haben rund 2 Stunden an und in der Ruine verbracht und haben währenddessen nur zwei andere Familien gesehen. Die Burgruine Arnstein scheint nur wenig besucht zu werden. Ganz zu Adams Enttäuschung gab es leider auch keinen Souvenirshop, aus dem er gern ein Andenken an die Burgruine mitgenommen hätte.


Rückblickend war die Burgruine Arnstein für Adam das größte Highlight des Urlaubs. Selbst in der Schule drehte sich seine Ferienbeschreibung um die Ruine und die Abenteuer, die er dort erleben durfte.

Wer also sowieso im Harz unterwegs ist und die größeren Städte Quedlinburg, Aschersleben oder Sangerhausen besucht, der sollte auch einen Zwischenstopp an der Burgruine Arnstein einplanen. Ein Besuch dieser Burg lohnt sich mit Kindern, großen und kleinen Burgenliebhabern und Ritterfans absolut.

Adresse Burgruine Arnstein:

Am Arnstein 5, 06543 Harkerode

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