Schwangerschafts-Update: Spontangeburt oder zweiter Kaiserschnitt?

39. Schwangerschaftswoche und ich schaffe tatsächlich nochmal ein Schwangerschafts-Update. Dieses Mal wird es aber wohl wirklich das letzte Update sein, bevor die kleine Hummel das Licht der Welt erblickt. Ich bin heute bei 38+5. Einen Tag später wurde Adam damals mittels Notkaiseschnitt geholt. Wahrscheinlich wäre er deutlich über den Termin gegangen, das sagten jedenfalls Hebamme und Ärzte, denn es gab keinerlei Anzeichen für eine baldige Geburt. 
Die Hummel hat am 12. Juni  ihren Entbindungstermin und ich bin schon sehr gespannt, wann genau sie sich auf den Weg machen wird. Andererseits kann ich es kaum glauben, dass die 40 Wochen der zweiten Schwangerschaft schon wieder vorbei sein sollen, andererseits kann es kaum erwarten, die Hummel kennenzulernen. Aber ich glaube, ich werde meiner Kugel ganz schön nachheulen. 


Wie geht es mir?
Tatsächlich geht es mir körperlich immer noch ziemlich gut. Ich fahre noch selbst Auto, versuche Kleinigkeiten selbst zu erledigen, einzukaufen, Adam in die Kita zu bringen und frühzeitig abzuholen und mir dennoch zwischendurch die notwendige Erholung zu gönnen. Dafür liege ich dann sehr gerne auch im Garten auf unsere Europaletten-Couch und bewege mich dort möglichst nicht mehr weg. Der Schwangerschaftsdiabetes ist immer noch mein bester Freund und begleitet mich auf Schritt und Tritt. Aber die Tage der strengen Ernährung sind gezählt und die Werte haben sich insoweit stabilisiert, dass ich auch Eis, Wassermelone und Nektarinen sehr gut vertrage und mittlerweile größere Mengen davon essen kann, ohne dass der Blutzucker Purzelbäume schlägt. Das Spritzen von Insulin ist mir glücklicherweise erspart geblieben und durch den Diabetes wahrscheinlich auch das eine oder andere Kilogramm zu viel. Aktuell bewege ich mich bei einer Gesamtzunahme von rund 8 Kilogramm, bei einem stattlichen Bauchumfang von 120 Zentimetern. Leider habe ich beim Bauchumfang keine Vergleichswerte von der Schwangerschaft mit Adam, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon länger in der Klinik lag und daher nicht mehr gemessen habe. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Bauch lange nicht so groß war.
Dafür kann ich aber sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt meiner ersten Schwangerschaft rund 20 Kilogramm mehr auf die Waage gebracht habe, als zu Beginn und das finde ich schon sehr enorm. Davon waren allerdings rund ein Drittel Wassereinlagerungen, die sich erst in den letzten Wochen eingeschlichen haben.
Das einzige Wehwehchen, das mir jetzt am Ende doch noch etwas zu schaffen macht, sind die geschwollenen Füße. Vor allem am Abend und wenn ich tagsüber viel gesessen habe, habe ich das Gefühl, Elefantenfüße zu haben. Dagegen hilft dann aber auch nur noch, die Füße auf der Couch hochzulegen. Beschweren will ich mich aber nicht. Denn bei Adam sahen meine Füße aufgrund der schweren Präemklampsie so aus, als hätte man einen Gummihandschuh aufgeblasen. Dagegen ist das jetzt wirklich ein Spaziergang und Jammern auf höchstem Niveau. 
Der Geburtsvorbereitungskurs bei der Hebamme findet am Donnerstag zum letzten Mal statt und ich fühle mich wirklich gut vorbereitet. Auch wenn ich den Kurs bereits zum zweiten Mal mache, hat man doch innerhalb von 5 Jahren einiges vergessen, vor allem wenn man es alles nicht anwenden konnte, weil man so wie ich keine einzige Wehe hatte.



Wie geht es der Hummel?
Etwas mehr als eine Woche vor dem Termin ist die kleine Hummel top entwickelt und fühlt sich anscheinend noch pudelwohl in Mamas Bauch. Mehrmals täglich vollzieht sie ihre Turnübungen in solch hohem Maße, dass ich manchmal glaube, mein Bauch hat ein Eigenleben. Er bewegt sich in die komischsten Richtungen und sieht teilweise schon sehr seltsam aus. Aber immer, wenn ich das Handy zum Fotografieren zur Hand nehme, ist plötzlichs Engelsruhe im Bauch.
Die Hummel wird aktuell auf rund 3,5 Kilogramm geschätzt und ist damit – wie der Oberarzt der Klinik sagte – kein Zwerghamster und kein Leichtgewicht wie ihr Bruder. Obwohl das alles nur Schätzungen sind, bleibt sie ihren Wachstumskurven treu und hat aufgrund des Diabetes kein auffälliges Wachstum und keine gravierende Gewichtszunahme. Das hätte sich durchaus auch anders entwickeln können. 
Jede Woche muss ich nun zum Frauenarzt zur Kontrolle und zum CTG, aber bislang war noch nicht eine einzige Wehe zu sehen. Ich hab ja mal gehört, dass Mädchen sich erst noch putzen müssen, bevor sie sich auf den Weg nach draußen machen – mal schauen, ob die Hummel auch so eine kleine Diva ist. Es ist jedenfalls alles für sie vorbereitet. Das Zimmer ist fertig, der Kleiderschrank eingeräumt, die Kliniktasche gepackt, der Name steht fest und für den Fall der Fälle stehen die Großeltern bereit, um sich um Adam zu kümmern, sobald die Wehen einsetzen.


Vorbereitung auf die Geburt – Spontangeburt oder ein zweiter Kaiserschnitt?
Eine Frage, die mich in den vergangenen Wochen viele Nerven und schlaflose Nächte gekostet hat, war die Entscheidung, wie die kleine Hummel auf die Welt kommen soll. Nachdem Adam per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt wurde, hätte ich ein Anrecht auf einen zweiten Kaiserschnitt, ohne dass dieser als Wunschkaiserschnitt gelten würde. Denn so schön die Kaiserschnitt-Narbe äußerlich auch verheilt sein mag – bei jeder weiteren Geburt besteht das Risiko, dass die Gebärmutter-Narbe während der Wehen unter der Geburt reißt. Und das könnte lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein. Und klar, wenn man da als werdende Mutter beim Oberarzt der Klinik sitzt und über dieses Risiko zum ersten Mal aufgeklärt wird, da wird einem dann schon ganz anders. Ich war mir monatelang sicher, dass ich eine Spontangeburt wollte, doch nach der Geburtenplanung im Krankenhaus war ich plötzlich doch ziemlich unsicher. Möchte ich dieses Risiko eingehen? Kann ich damit leben, während der Wehen daran denken zu müssen und damit eventuell die Geburt zu verzögern, weil ich mich nicht entspannen kann? Fragen über Fragen, die mich tagelang beschäftigten. Denn ohne den Kaiserschnitt bei Adam wären wir beide die natürliche Auslese gewesen. Das bleibt eben im Hinterkopf.
Ehrlich gesagt, finde ich es sehr schwer, als Laie und als emotional Beteiligte diese Entscheidung treffen zu müssen.
Glücklicherweise habe ich eine ganz tolle Hebamme an meiner Seite, die mich auch schon bei Adam betreut hat, bei der ich den Vorbereitungskurs mache und die auch die Nachsorge übernimmt. Mit dieser habe ich dann lange zusammen gesessen und mich über das Risiko eines Gebärmutterrisses informieren lassen. Und sie hat es tatsächlich geschafft, mir die Ängste insoweit zu nehmen, dass ich eine natürliche Geburt anstrebe. In ihrer fast 30-jährigen Berufserfahrung hat sie einen Riss noch nicht erlebt und blickt auch bei mir zuversichtlich auf eine Spontangeburt. Aussschlaggebend für meine Entscheidung war aber vor allem die Tatsache, dass sie mich kennt und als Beleghebamme während der Geburt im Kreißsaal keine Minute von meiner Seite weichen wird. Auf dem CTG würden Probleme mit der Narbe sofort auffallen und sie könnte schnellstens reagieren. Der OP ist keine 20 Meter vom Kreißsaal entfernt und unsere Klinik verfügt über eine erstklassige Neo-Station. 
Sollte es unter der Geburt aber nicht weitergehen und dadurch ein zweiter Kaiserschnitt notwenig sein, wäre das für mich auch ok. Ich weiß, dass sich viele Mütter anfangs schwer damit tun, sich als vollwertige Mutter anzusehen, weil sie die Wehen nicht durchleiden mussten. Das ist für mich aber definitiv kein Thema. Für mich ist und wäre ein Kaiseschnitt eine ebenso richtige Geburt, wie eine Spontangeburt. Keiner sollte verurteilt werden, weil er durch einen Kaiserschnitt geboren hat. Auch wenn das in den sozialen Medien und bei den Gute-Ratschläge-Müttern gerne mal so propagiert wird. Ich sehe den Kaiserschnitt als das an, was er ist – eine Möglichkeit, Mutter und Kind das Leben zu retten und der natürlichen Auslese zu entgehen. Und meiner Bindung zu Adam hat er absolut nicht geschadet. 

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