Vorlesen – unser abendliches Ritual

 
Wir lesen vor – jeden Abend. Zum Einschlafritual von Adam gehört immer das Vorlesen einer Geschichte. Astrid Lindgren hat mal gesagt: „Das Wichtigste ist, dass Kinder Bücher lesen, dass ein Kind mit seinem Buch allein sein kann. Dagegen sind Film, Fernsehen und Video eine oberflächliche Erfahrung.“ Weil Adam aber noch nicht selber lesen kann, übernehmen Mama und Papa das für ihn. Adam kuschelt sich ins Bett, sucht sich ein Buch aus, legt es sich auf den Schoß und Mama oder Papa verrenken sich beim Vorlesen, weil Adam ja auch die Bilder sehen möchte. So ungefähr läuft das bei uns ab. Jeden Abend, ohne Ausnahme. Selbst wenn ihm die Augen schon zufallen, muss das Buch bis zum Ende vorgelesen werden. Irgendwie niedlich.

Ich glaube, die Liebe zu Büchern und Geschichten habe ich meinem Sohn vererbt. Ich kann mich nicht erinnern, dass es für mich jemals eine Zeit ohne Bücher gab. Schon von klein auf wurde auch mir von meinen Eltern und Großeltern vorgelesen, ein Großteil der Bücher steht heute noch in meinem Bücherregal oder schon in Adams Kinderzimmer. An ein erstes Buch kann ich mich gar nicht erinnern, Bücher gehörten einfach immer dazu. Vor allem Märchenbücher. Ich war und bin heute noch ein großer Märchen- und Disney-Fan.

Bei Adam haben wir fast von Anfang an mit dem Vorlesen angefangen. Als er anfing, in seinem eigenen Bett zu schlafen, gehörte zum Ritual schon immer eine Geschichte. Früher konnte ich aus einem Märchenbuch vorlesen und er ist dabei einfach eingeschlafen. Heute möchte er lieber aktiv beim Vorlesen dabei sein, die Seiten umblättern und sich die Bilder ansehen. Gerade ich als Bücherwurm finde es total wichtig, dass Eltern ihren Kindern vorlesen. Es hat einfach nur Vorteile – für Kinder und auch die Eltern. 
Einige Studien haben ergeben, dass es Kinder, die gut lesen können, im Leben leichter haben. Denn lesen ist eine Grundlage für die Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit, der Fantasie und des logischen Denkens. Auch sollen Jungen und Mädchen leichter das Lesen lernen, wenn ihnen schon früh vorgelesen wird. So sagen es Studien, aber so ist auch mein ganz persönliches Empfinden. Ich hatte nie Probleme mit dem Lesen oder beim Erfassen von Texten, einfach, weil es von Anfang an zu meiner Freizeit gehörte, ich auch außerhalb der Schule Bücher regelrecht verschlungen habe. Teilweise habe ich auch ganz klischeehaft mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Noch heute kann ich manchmal nicht aufhören, weil ich unbedingt wissen möchte, wie das Buch endet.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Adam auf Dauer vom Vorlesen profitieren wird. Und genau deshalb haben wir schon so früh damit angefangen. Vorlesen ist auch irgendwie Familienzeit in gemütlicher Atmosphäre, während der Alltag manchmal nur so an uns vorbeifliegt. Beim Lesen und Vorlesen kehrt einfach Ruhe ein. Und so lange er Spaß daran hat, Bücher vorgelesen zu bekommen und später selbst zu lesen, so lange werden wir Adam diesen Wunsch liebend gern erfüllen. Auch wenn dies bedeutet, dass wir jeden Abend dasselbe Buch vorlesen müssen und wir es schon auswendig kennen. Denn auch Adam kennt manche Passagen seiner Lieblingsbücher bereits auswendig und weist mich daraufhin, wenn ich mal einen Satz auslasse, um die Geschichte abzukürzen. Das muss er (laut Aussagen meiner Mama) auch irgendwie von mir haben.

Die Geschichte des Disney-Films „Aladdin“ ist momentan Adams absoluter Liebling. Zuerst wird nach dem Abendbrot noch ein Stückchen des Disney-Films geguckt und im Bett lese ich dann das passende Buch dazu vor. Und wenn die Geschichte zu Ende ist, dann mache ich Adam noch das Hörspiel von „Aladdin“ zum Einschlafen an. Das geht jetzt schon einige Wochen so. Ich bin gespannt, wann sich sein Geschmack wieder ändert. Eine Zeitlang durfte es nur das „Cars“-Buch sein, dann wieder nur „Küss den Frosch“ – aber immer ein Buch von Disney. 
Wie handhabt ihr das mit dem Vorlesen (wenn ihr schon Kinder habt)? Und wurde euch früher auch viel vorgelesen?

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